Die Bahnbrücker Sankt-Sebastians-Kirche

Zur Geschichte von Ort und Kirche

Der Ort liegt an der ehemaligen Römerstraße, die sich auf dem südlichen Höhenrücken in südnördlicher Richtung über den "Hohen Weg" hinzieht. Der Name Römerweg ist auch heute noch im Sprachgebrauch. Als Zeugen aus der Römerzeit wurde bei Rodungsarbeiten im Wald westlich von Bahnbrücken, dem sogenannten Eselschinder, ein Altar gefunden, der dem römischen Handelsgott Merkur gewidmet war. Dieser Altar steht heute im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Ebenfalls fand man Teile einer weiblichlichen Bildsäule und die Grundmauern eines römischen Hauses. Ob es noch weitere Anwesen in dieser Zeit im Tale gab, weiß man allerdings nicht.
Eine erste urkundliche Erwähnung gibt es aus dem Jahre 1219 in einem Teilungsbrief des Grafen Eberstein, der in Gochsheim seinen Sitz hatte. Der Ort war damals eine Filiale des benachbarten Gochsheim. Wahrscheinlich bestand aber schon viel früher eine kleine Ansiedlung. Sein damaliger Name war Banbrucken, was im Mittelhochdeutschen damals Ban=Weg und Brucken=Strecke bedeutete.Mehrere Male wechselte Bahnbrücken seinen Ortsnamen. So erscheint im Jahre 1279 der Name Banbrugken, später hieß es sogar Beinbrück.
Nicht lange aber waren die Grafen von Eberstein Besitzer von Bahnbrücken. Sie verwickelten sich in einen Streit mit dem Kloster Herrenalb, verloren diesen Streit und mußten als Reparation Bahnbrücken an das Kloster Herrenalb abtreten. In der Folgezeit fiel das Kloster Herrenalb an das Haus Württemberg und somit wurde auch Bahnbrücken württembergisch.

Es wird nun aus dem 15. Jahrhundert vom Bau einer Kapelle berichtet. Sie erhielt den Namen St. Sebastianskirche. Die Wände wurden mit Fresken bemalt, die unter anderem das Leiden des hl. Sebastian und die Mantelschaft der Mutter Gottes darstellen. Der Name St. Sebastianskirche hat sich bis zum heutigen Tage erhalten.

Im Jahre 1535 führte Herzog Ulrich von Württemberg die Reformation ein. Die Kapelle wurde in der kommenden Zeit nach Westen erweitert, auch erhielt sie einen Turm. Die sehr schönen Wandmalereien aber putzte man zu. Jahrhundertelang waren sie nicht zu sehen. Erst im Jahre 1911 wurde der Verputz wieder abgekratzt. Eine weitere Erweiterung erfuhr die Kirche im Jahre 1929. Ein neuer Turm an der Ostseite der Kirche wurde angebaut und mit einem einfachen Turmhelm versehen. So erhielt die Kirche ihre bis heute erhaltene Form.
In den Jahren 1983/84 wurde abermals eine großzügige Innenrenovierung des Kirchenraumes vorgenommen, wobei auch die alten Fresken aus dem Mittelalter restauriert wurden und so der Nachwelt erhalten bleiben. Dem Gotteshausbesucher bietet sich ein freundlich gestalteter Innenraum dar. Die großflächige Bemalung der Decke, die Erneuerung der Balustrade an den Emporen, die Erneuerung des Fußbodens, die neue Kanzel, bilden in ihren Farbtönen zusammen mit den erneuerten Fresken eine harmonische Einheit. Durch die Renovierung der Kirche wurde der evang. Kirchengemeinde Bahnbrücken ein schönes würdiges Gotteshaus geschaffen.
 
(Quelle: Auszug aus der Festschrift zum 75-jährigen Stiftungsfest des MGV Bahnbrücken 6/1987)

Kirchenführer Sankt-Sebastians-Kirche

Klein und unscheinbar auf den ersten – ein ganz besonderes Gotteshaus auf den zweiten Blick: Die St. Sebastian-Kirche in Bahnbrücken.

Die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Kapelle erbaut.

Im Innenraum befindet sich die größte Sehenswürdigkeit dieser Kirche: Secco-Wandmalereien, die vermutlich in der Reformationszeit zugeputzt und im Jahre 1911 wieder entdeckt wurden.

Diese Wandmalereien sind im neuen Kirchenführer abgebildet und beschrieben.

Der Kirchenführer ist zum Preis von € 3,00 / Stück in der Kirche in Bahnbrücken und im Pfarramt Gochsheim erhältlich.
 
Gerne bietet die Kirchengemeinde Bahnbrücken bei Bedarf auch Führungen in der Kirche an. Interessierte wenden sich einfach ans Pfarramt.
 
 
Sankt-Sebastians-Kirche

Quelle: Ev. Kirchengemeinde Bahnbrücken

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