Profil

Unsere Kirchengemeinden in Bahnbrücken und Gochsheim gehören zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie wurden nicht unerheblich von einer "pietistischen" Tradition und Frömmigkeit geprägt. Innerhalb der Volkskirche nehmen wir die Chance einer großen Offenheit und Weite wahr, sehen aber ein klares profiliertes Zentrum unserer Arbeit. Damit wir unserem Auftrag gerecht werden und nicht stehen- oder steckenbleiben, haben wir daher in der vergangenen Zeit Zielfelder beschrieben, die uns bei unserer Arbeit leiten sollen. Sie sind in die Form einer "Lutherrose" gefasst: Jesus Christus, der Sohn Gottes, soll unser Mittelpunkt sein. Von ihm bekommen wir die Liebe, die wir zum Leben brauchen und die wir anderen weitergeben können.


rose


Erläuterungen

Alle Zielfelder fassen sich zusammen in der Jahreslosung des Jahres 1998:

Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat! (Epheser 5,2)

Die Liebe des lebendigen Gottes zeigt sich uns Menschen in Jesus Christus. Diese Liebe ist eine offensive, einladende, phantasievolle und leidensbereite Liebe. Sie geht über alles hinaus, was wir Menschen an Liebe tun und fühlen können. Unser Ziel ist, daß diese Liebe in unserer Gemeinde und durch unsere Gemeinde allen Menschen, die bei uns wohnen, erfahrbar wird. Zur Verdeutlichung haben wir dieses Ziel in fünf Teilzielen bzw. Teilaufgaben präzisiert. Die Reihenfolge der Teilziele beschreibt einen Weg von "innen” nach "außen”.


1. In Gottes Liebe bleiben und wachsen

Nur wer sich geliebt weiß, kann lieben. Deshalb steht das Hören auf Gottes Wort in der Bibel an erster Stelle. Da wird uns die Liebe Gottes zugesagt und aufgedeckt, wo wir Menschen uns dieser Liebe bisher verschlossen haben. Die Antwort auf Gottes Wort ist das Gebet. Im Gebet wollen wir vor allen menschlichen Aktivitäten mit der Aktivität Gottes in unserem Leben rechnen. Hören auf Gottes Wort und Gebet sind Ausdruck einer persönlichen Beziehung zu Gott durch Jesus Christus, die nicht nur den Sonntag betrifft. Daß Menschen in dieser Beziehung auch im Alltag bleiben und wachsen, soll in unserer Gemeinde gefördert werden.

Förderung der persönlichen Beziehung zu Gott in Jesus Christus


2. Liebe in Gemeinschaft leben

Zugesprochen ist uns die Liebe Gottes in Jesus Christus. Konkret und erfahrbar wird sie in der Gemeinschaft von Christen. Deshalb sind (Klein)gruppen wichtig, die ein offenes und ehrliches Gespräch über die Sorgen und Nöte des Alltags und über die persönlichen Erfahrungen mit Gott ermöglichen. Zusammengehörigkeit und Geborgenheit soll erfahren werden. Die Liebe darf in der Freude aneinander und in der Festlichkeit des Zusammenseins deutlich werden. Vom einfachem Besuch von Gruppen und Veranstaltungen soll der Weg zu Teilhabe (Mitarbeit und Mitverantwortung) am Geschehen der Gemeinde führen.

überschaubare Gruppen, Mitverantwortung der Mitarbeiter


3. Zur Liebe Gottes einladen

Von der Liebe Gottes hat nur derjenige etwas, der sie empfängt. Das Vertrauen auf sie ist nicht automatisch mit Taufe und Kirchenmitgliedschaft gegeben. Zu der Taufe, die das persönliche Ja der Liebe Gottes anschaulich macht, muß noch die Annahme durch den Glauben hinzukommen. Deshalb muß die Einladung ausgesprochen werden, zur Liebe Gottes ein persönliches Ja zu finden. Dies soll ohne nötigenden Druck geschehen und dennoch mit der Ernsthaftigkeit verbunden sein, daß ein Ausschlagen dieser Liebe ewige Verlorenheit bedeuten kann. Die Einladung zur Liebe muß aber selbst in Liebe geschehen. Liebe nimmt das Gegenüber im Gespräch ernst. Deshalb sind dialogische Formen der Evangelisation den monologischen vorzuziehen. Zur Einladung gehört die Gastfreundlichkeit, die das Mögliche daran setzt, dem Gast mit allen Sinnen Freude zu bereiten.

herzliche Einladung zum Glauben im Gespräch mit "Kirchendistanzierten"


4. Liebe im Alltag praktizieren

Jesus übte konkrete Werke der Liebe: Er half und heilte besonders in der Zuwendung zu einzelnen Menschen. Professionelle Hilfe ist in unserer Zeit vielfach durch diakonische und soziale Organisationen abgedeckt. Im Bereich der Gemeinde vor Ort soll die Praxis von Jesus, sich spontan einzelnen Menschen zuzuwenden, das Vorbild sein. Diese Hilfe soll in dem Sinne selbstlos sein, daß sie sich davor hütet, Mittel zum Zweck des Gemeindeaufbaus zu sein.

Ermutigung zu authentischen Liebeserweisen gegenüber jedermann


5. Weite der Liebe wahrnehmen

Die Weite der Liebe Gottes entdecken wir, wenn wir Mission und Missionare weltweit finanziell und im Gebet unterstützen. Dabei soll der persönliche Kontakt zu konkreten Arbeiten wichtiger genommen werden, als die auch notwendige pauschale Unterstützung von Missionswerken.

Unterstützung von Mission im direkten Kontakt


Anschauliche Mitte aller Zielfelder im Gottesdienst als Versammlung der ganzen Gemeinde

 

Mitte unserer Gemeinde ist der Gottesdienst, in dem Gott allen mit seiner Liebe dient. Hier in der Versammlung der ganzen Gemeinde soll alles anschaulich und öffentlich werden, was zuvor an Zielen genannt ist.
 

  • Geistliches Wachstum soll gefordert werden (in Gottes Liebe bleiben und wachsen)
  • Erfahrung von Gemeinschaft soll gemacht werden können- vor allem im Abendmahl (Liebe in Gemeinschaft leben)
  • Die Einladung zur Liebe Gottes soll in aller Liebe und mit allem Ernst ausgesprochen werden (zur Liebe Gottes einladen.)
  • Zu Werken der Liebe soll Mut gemacht werden (Werke der Liebe tun.)
  • Für Mission soll gebetet und gesammelt werden (Weite der Liebe wahrnehmen.)

 

Die Liebe ist auch das erste Kriterium für die äußere Gestaltung des Gottesdienstes. Sie muss Beispielsweise vermitteln zwischen den Gewohnheiten traditionell orientierter Gottesdienstbesucher und den Bedürfnissen suchender und zweifelnder Menschen. Glaubende und Suchende gleichen sich in der Hinsicht, dass sie beide Liebe Gottes bedürfen.